Viktor Frešo, Marek Kvetan, Nika Kupyrova
AREA B1
- Daten
- 15.1. – 13.2.2022
- Ort
- DOT. Galerie
- Künstler:innen
- Viktor Frešo, Marek Kvetan, Nika Kupyrova

Viktor Frešo, Marek Kvetan, Nika Kupyrova / AREA B1
Kurator der Ausstellung: Michal Stolárik
Vernissage: 14. 01. 2022
Ausstellungsdauer: 15. 01. - 13. 02. 2022
„(...) Das Gebiet des ehemaligen industriellen Teils im Staré Mesto in Bratislava, gelegen zwischen den Straßen Bottova, Čulenova und Továrenská – die sogenannte AREA B1 –, wurde in der Vergangenheit durch nicht näher spezifizierte Versuche und Forschungen bekannt, die zum Gegenstand mehrerer Verschwörungstheorien wurden.
Sie wurden mit dem Experimentieren mit unbekannten Chemikalien, der Umwandlung von Aggregatzuständen, der Hybridisierung natürlicher und künstlicher Elemente sowie einer zeitlosen Wiederverwertung – vor allem synthetischer Materialien – in Verbindung gebracht.
In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts, kurz vor dem Bau des ursprünglichen Bratislavaer Heizwerks (heute bekannt als Jurkovičová tepláreň), wurde bei Ausgrabungen ein großes Vorkommen kristallinen Kupfervitriols zusammen mit einer überraschenden schwarzen Materie und einem unterirdischen Netz unbekannter Pilzarten entdeckt. (...)“
Die Ausstellung AREA B1verbindet in Wirklichkeit das Schaffen einheimischer Künstler der mittleren Generation Viktor Frešo (*1974), Marek Kvetan (*1976) und der in der Ukraine geborenen, in Wien tätigen Künstlerin Nika Kupyrova (*1985). Sie nutzt Elemente der Mystifikation, arbeitet mit der Auflösung der Realität und verfolgt persönliche Mythologien, die sich miteinander verbinden. Das Projekt wird von Objekten, Skulpturen und Installationen mit ausgeprägter materieller Vielfalt bestimmt.
Die Auswahl der Werke der Künstlerin und der Künstler verbindet die Methode des Experimentierens – mit Formen, materieller Verwandlung, technologischen Verfahren oder konzeptuellem Denken. An einem Ort beobachten wir ausgeprägte künstlerische Gesten und Interventionen im Kontrast zu ihrer gezielten Unterdrückung bis hin zur Aufgabe zugunsten des Zufalls, chemischer Prozesse, der Automatisierung und organischer Serialität.
Die Werke sind von der zeitgenössischen Kultur inspiriert, nutzen die Konzeptualisierung gefundener Gegenstände und sind Hybride, die natürliche Prozesse mit dem Wissen und den Materialien der heutigen digitalen Welt verbinden. Die ausgestellten Arbeiten parasitieren in einer räumlichen Collage im industriellen Ambiente der Halle der Jurkovičová tepláreň aufeinander und existieren zugleich in Symbiose, unterlaufen allgemein gegebene Ideen und stellen die Gesetze der Physik infrage.AREA B1 ist ein Environment – ein imaginäres Labor zum Experimentieren mit neuen Verfahren und zugleich das Ergebnis von Versuchen, die außer Kontrolle geraten sind.
Die ausgreifende Installation von Nika Kupyrova – Yaekahngai (2021) besteht aus siebzig kleinen, über den Boden ausgebreiteten Gipsobjekten, die von den Formen pilzartiger Strukturen inspiriert sind. Die Künstlerin schuf sechs einzigartige Designs, deren Wiederholung durch zufällig generierte Kombinationen dreier vordefinierter Farbpigmente (Rot, Blau und Gelb) kaschiert wird.
Das Prinzip, eine Umgebung durch variierte Multiplikation gleicher Objekte aufzubauen, übernimmt sie aus Computerspielen und der digitalen Simulation der Realität. Kupyrova schafft einen Dialog zwischen Wirklichkeit und Fiktion, zwischen 2D- und 3D-Welt, wobei das Pilznetz auch die Werke der beiden anderen Künstler parasitär verbindet.
Eine gewisse Form des Parasitismus ist auch in ausgewählten Werken von Marek Kvetan präsent. Er nutzt dafür grundlegende chemische Prozesse, die er auf gefundene Materialien oder eigenhändig modellierte Objekte anwendet. Die Ergebnisse der Einwirkung von Kupfervitriol verfolgen wir anhand ästhetisch wirkender blauer Kristalle, die die Formen ihrer „organischen“ Wirte nachbilden (z. B. die Serie Reconfiguration Wood, 2019) oder Illusionen unbekannter, kokonförmiger Körper erzeugen (Asymmetric History, 2020). Kvetan schafft Kontraste zwischen natürlichen und künstlichen Materialien (Anorganic I., 2019, Resaving, 2019), die allmählich in „lebendige“ hyperrealistische Objekte mit einem leicht surrealistischen Twist münden (UP, 2019, Homo, 2018).
Die Auswahl der Werke von Viktor Frešo verbinden Prinzipien der Destruktion, Rekonfiguration oder des Recyclings von Formen und Materialien. Er arbeitet mit Readymades, eignet sich fremde Gegenstände an, hebt ihre ursprünglichen Funktionen auf und eröffnet neue narrative Möglichkeiten dieser Objekte (Vase 05, 2016, Pickguardilyts, 2016). Einen wesentlichen Teil des Galerieraums dominiert eine künstliche schwarze Materie, die „zum Leben erwacht“ und sich in eine organische Komponente verwandelt, die ihre Wirte befällt (Frame 02, 2016, Good Morning, America, 2016). Die Ausstellung zeigt neben die Realität verändernden Objekten (Frame 01, 2016) auch die neue Ausrichtung von Frešos malerischem Schaffen (Edwin 05 und Edwin 02, 2022), in der er die Arbeit mit Synthetik durch traditionelles Öl ersetzt und sein künstlerisches Interesse von der Porträtdarstellung zu fragmentarischen Gliedmaßen im Sinne einer zeitgenössischen, skulptural wirkenden Figuration verlagert.
Michal Stolárik
Preisliste zur Ausstellung
AREA B1
Viktor Frešo, Nika Kupyrova, Marek Kvetan
Kurator: Michal Stolárik
Die Ausstellung AREA B1 vereint das Schaffen slowakischer Künstler der mittleren Generation Viktor Frešo (*1974), Marek Kvetan (*1976) und der in der Ukraine geborenen, in Wien tätigen Künstlerin Nika Kupyrova (*1985).
Sie nutzt Elemente der Mystifikation, arbeitet mit der Auflösung der Realität und verfolgt miteinander verbundene persönliche Mythologien. Im Zentrum des Projekts stehen Objekte, Skulpturen und Installationen mit ausgeprägter materieller Vielfalt. Die Auswahl der Werke verbindet die Methode des Experimentierens – mit Formen, materieller Verwandlung, technologischen Verfahren oder konzeptuellem Denken.
An einem Ort beobachten wir starke künstlerische Gesten und Interventionen im Kontrast zu ihrer gezielten Unterdrückung zugunsten des Zufalls, chemischer Prozesse, der Automatisierung und organischer Serialität. Die Werke sind von der zeitgenössischen Kultur inspiriert, konzeptualisieren gefundene Gegenstände und fungieren als Hybride, die natürliche Prozesse mit dem Wissen und den Materialien der heutigen digitalen Welt verbinden.
Die ausgestellten Arbeiten parasitieren in der räumlichen Collage im industriellen Ambiente der Jurkovičová tepláreň aufeinander und existieren zugleich in Symbiose, widersetzen sich allgemein gegebenen Ideen und stellen die Gesetze der Physik infrage. AREA B1 ist ein Environment – ein imaginäres Labor zum Experimentieren mit neuen Verfahren. Zugleich ist es das Ergebnis von Experimenten, die außer Kontrolle geraten sind.
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