Tero Abaffy
Pavilón šeliem
- Daten
- 9.12.2023 – 13.1.2024
- Ort
- DOT. Galerie
- Kurator:in
- Alexandra Tamásová
- Künstler:innen
- Tero Abaffy

Vernissage: 8. 12. 2023 um 18:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 9. 12. 2023 - 13. 1. 2024
Kuratorin: Alexandra Tamásová
DOT. Contemporary / Jurkovičova tepláreň, Bottová 1 / Bratislava
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Die junge Malerin Tero Abaffy begibt sich in ihrem aktuellen Schaffen auf die Erkundung neuer Territorien.
Wir kennen sie als Autorin der sogenannten Pičurda – einer Figur, die Verkörperung und kritischer Kommentar des (unerreichbaren) Ideals der zeitgenössischen Frau ist. Themen rund um weibliches Erleben und Identität gibt die Künstlerin nicht auf, sondern erweitert sie inhaltlich wie formal. Ihre Botschaft wird universeller, ihre Bildsprache mutiger und expressiver.
Arbeitete sie zuvor mit der Ästhetik sozialer Netzwerke und der Werbung, experimentiert sie heute zunehmend mit freierer Handschrift, unkonventionellen Materialien und einer Vereinfachung der Formen bis hin zur Abstraktion. Das Wesentliche bleibt – die Betonung der Augen, mitunter das typische Lächeln. Ihr neues Denken überschreitet die Grenzen des Rahmens und dehnt sich in den Raum um das Bild aus. Die Bilder verwandeln sich in Objekte, mitunter sogar in Installationen.
Ebenso wie die Form erweitert sich auch das thematische Spektrum der Malerin. Von der Problematik sozialer Netzwerke verlagert sie den Schwerpunkt ihres Interesses auf Träume, die als Botschaften aus dem Unbewussten und als Katalysatoren wacher Erfahrungen dienen. In Träumen begegnen wir uns selbst, berühren unsere Schatten, können dort aber auch unsere eigene ungeahnte Kraft oder unser "spirit animal" finden.
So wie sie in ihrem früheren Schaffen verschiedene Aspekte dessen erkundete, was eine zeitgenössische Frau sein kann, scheint sie heute zu fragen, welche dieser Rollen und Aspirationen wirklich authentisch sind. Wir leben in einer Zeit der Informations- und Reizüberflutung, implantierter Begierden. Unsere Aufmerksamkeit ist vom unablässigen Strom der Bilder gebannt, dabei vergessen wir unsere eigene Essenz, wir schlafen.
In diesem Zustand wacher Anästhesie können unsere nächtlichen Träume paradoxerweise jener Raum sein, in dem wir unserer tieferen Essenz begegnen, in dem wir dem „Erwachen“ näher sind.
Innere Kraft und Authentizität werden durch ein wildes Tier, ein Raubtier, verkörpert. Die Malerin tastet in verschiedenen Formen die Möglichkeiten ab, sich (bildnerisch) mit dieser Kraft zu verbinden. Die weiblichen Figuren auf den Bildern spielen mit den Raubtieren, umarmen sie, lieben sie, reiten auf ihnen. In einer weiteren Phase verwandeln sie sich in sie, die menschliche Gestalt verschmilzt mit der tierischen, und diese Vision kann anziehend, grotesk oder auch furchterregend sein.
Die Ambivalenz der Beziehung zwischen dem bewussten „Ich“ und der dunklen Wildheit kommt in Werken zum Ausdruck, die an der Grenze der Figuration stehen. Flecken eines Tierfells, die aus dunklem Grund auftauchen, wo nichts Konkretes zu erkennen ist. Die vibrierende Silhouette eines schwarzen Körpers. Die Welt verliert ihre Konturen, Träume vermischen sich mit der Wirklichkeit, das „Ich“ mit dem Tier. Den Höhepunkt bilden dann surrealistische „pelzige“ Bildobjekte,
die Animalität mit Künstlichkeit verbinden und ebenso verlockend wie gespenstisch sind.
Der Ausstellungstitel Pavilón šeliem verweist darauf, dass die Wildheit zwar zum Greifen nah sein kann, wir zu ihr aber nie vollen Zugang haben. Oft scheint sie hinter Glas zu sein, wie die Tiere im Zoo. Nie können wir sicher sein, ob sie nicht nur eine unerreichbare Illusion ist. Tero Abaffy ermöglicht uns jedoch, zumindest einen Blick auf sie zu werfen, und erinnert an unsere uralte, geteilte Sehnsucht, uns ganz mit ihr zu verbinden.
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