Jana Hirnerová
Persona
- Daten
- Ab 15.10.2016
- Ort
- DOT. Galerie
- Künstler:innen
- Jana Hirnerová

Jana Hirnerová – Persona
Kuratorin - Marianna Brinzová
8. 10 – 15. 10. 2016
DOT.
Die Ausstellung Persona präsentiert eine Auswahl des malerischen Werks der Künstlerin Jana Hirnerová, in dem bestimmte Elemente und Prinzipien variiert werden. Dazu gehören das Porträt, die expressive Handschrift und die Präsenz einer Art Deformation oder Anomalie. Die Abnormalität (im Verhältnis zum Porträt) lässt sich in der Form, in der sie in den Werken der Künstlerin erscheint, metaphorisch als Maske bezeichnen.
Sie erscheint in den Gemälden von Jana Hirnerová nicht zufällig, sondern als Attribut der Heuchelei, der falschen Identität, der Inauthentizität, der Distanziertheit, der Fremdheit und der Uniformität. Sie kann jedoch auch eine Barriere sein. Etwas, das wir vor uns und andere als Schutzschild stellen.
Das Interesse am Menschen und seinem psychischen Erleben ist für die Künstlerin kennzeichnend. Obwohl sie im klassischen Medium der Malerei arbeitet, vermag sie durch ihre Bilder die Ablagerungen und Schichten sozialer Masken „abzuschälen“, die wir uns tagtäglich anlegen. Sie zeigt Konstrukte sozialer Identität und ihrer Stereotype, ohne jedoch subjektive Urteile über sie zu fällen.
Das überlässt sie dem Betrachter, vor dem sie diese „wölfischen Opfer“ entblößt. Ihre Porträts wirken wie die Schau eines Panoptikums oder „Monsterkabinetts“, mit einem gewissen Maß an Übertreibung, Magie und Geheimnis. Das Menschliche vermischt sich hier mit dem Tierischen und dem Amorphen. Ausdrücke der Abstumpfung und Gleichgültigkeit wechseln mit Schrei und existenzieller Angst, die sich mit Groteske und Fratze mischt. Masken haben schließlich so viele Gestalten, und ganze Menschenmengen sind von ihnen maskiert.
Die Künstlerin lässt ihre Porträtierten jedoch allein. Sie finden sich in einer Schleife wieder, feststeckend in Zeit und Raum, zwischen Leben und Erleben...
Der Titel der Ausstellung Persona verweist auf die Archetypen, die C.G. Jung in seinen psychologischen Theorien beschrieb. So wie ein kollektives Bewusstsein existiert, existiert auch ein Unbewusstes. Alles besteht in Paaren, die einander entgegengesetzt sind, ebenso wie die archetypischen Gestalten. Einer der Archetypen ist das Paar Persona und Seelenbild (Animus oder Anima).
Während das Seelenbild unser Unbewusstes darstellt, vertritt die Persona die bewusste Seite. Die Persona ist unsere Maske. Eine Maske, die das wahre Wesen verdeckt, einen bestimmten Eindruck erweckt und das erwünschte oder akzeptable Verhalten vertritt. In ihr verbinden sich persönliche Individualität und das gesellschaftlich Zulässige. Die Persona existiert in Wirklichkeit nicht, sie erscheint nur.
Sie nimmt ihren Status an, findet ihren Namen, vertritt dies oder jenes. Sie ist nichts Individuelles. Sie ist nur eine Maske des kollektiven Bewusstseins, die Individualität simuliert. Sie führt uns zu der Überzeugung, sie sei einzigartig, dabei ist sie nur eine gespielte Rolle. Eine im Voraus bestimmte Rolle. Der Titel der Ausstellung spielt damit, dass auch die Masken selbst gewisse Archetypen bilden, die in der heutigen Gesellschaft vorkommen.
Jeder von uns legt sich bestimmte Masken an, freiwillig, aber auch unfreiwillig, bewusst wie unbewusst. Doch was geschieht, wenn wir unsere Masken ablegen? Wenn wir alle Schichten kultureller und sozialer Konstrukte von der Identität entfernen? Vielleicht kommen wir nur darauf, dass so etwas wie ein wirkliches „Ich“ wahrscheinlich gar nicht existiert. Oder doch?
Jana Hirnerová (*1984) ist Absolventin des Magisterstudiums im Ateliér maľby unter der Leitung von Prof. Stan Balko an der Fakulta výtvarných umení der Akadémia umení v Banskej Bystrici. Ihr Schaffen konzentriert sich primär auf das klassische Medium der Malerei, aber auch auf Zeichnung, Animation, Computergrafik, künstlerische Maskenbildnerei
und Objekt. In der Malerei widmet sie sich vor allem dem Porträt und der Figur, die sie auf eine expressive malerische Geste in gedämpfter Farbigkeit reduziert. Ihr Werk war auch Teil einer Theateraufführung des Divadlo SkRAT
und von Musikvideos, bei denen sie mit Marián Vredík zusammenarbeitet.
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