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Jan Heres

Sleduj bieleho králika... ak sa odvážiš

Daten
24.4. – 18.5.2025
Ort
DOT. Galerie
Kurator:in
Mgr. Zuzana Danková
Künstler:innen
Jan Heres
Jan Heres / Sleduj bieleho králika... ak sa odvážiš

Ausstellungsdauer: 24.4. - 18.5. 2025
Kuratorin: Mgr. Zuzana Danková
DOT. Contemporary / Jurkovičova tepláreň, Bratislava

Eine neue Bilderserie von Ján Heres ist eine Einladung in eine Welt, in der die Realität ihre Konturen verliert und eine andere Logik zu gelten beginnt – die Logik des Traums, des Unterbewusstseins und visueller Assoziationen. Die Ausstellung Sleduj bieleho králika… ak sa odvážiš ist eine freie Interpretation der klassischen Geschichte Alice im Wunderland, zugleich aber weit mehr als nur eine Neuinterpretation der literarischen Vorlage – sie ist ein persönlicher Abstieg in die Welt der Irrationalität, der inneren Bilder und der beunruhigenden Ruhe des Chaos.

Alice wird hier zur Führerin zwischen den Welten – zwischen Bekanntem und Unbekanntem, Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen Sinn und seiner Unschärfe. Heres schafft Bilder, die den Charakter von Traumfragmenten haben: voller Wendungen, seltsamer Situationen und unlogischer Strukturen. Figuren wie das Weiße Kaninchen, der Hutmacher, die Raupe oder die Herzogin tauchen aus leuchtenden Farbflächen auf, um sich anschließend wieder in einer wilden visuellen Landschaft zu verlieren, in der die gewöhnlichen Gesetze nicht gelten.

Diese Serie entstand ab Mitte des Jahres 2024 als freie Fortsetzung des Interesses des Künstlers an den Themen des Todes, der Mythologie und der Zwischenwelt – inspiriert von einer vorangegangenen Residency in Taiwan, wo er mit lokalen Mythen und der Symbolik der jenseitigen Welt arbeitete. Das Wunderland wird in der Fassung von Heres zu einer persönlichen Version von Dantes Göttlicher Komödie, wo der Kaninchenbau als Übergang in eine andere Welt fungiert – nicht jedoch in eine von Strafe erfüllte Unterwelt, sondern in eine Welt der Freiheit und Absurdität. In eine Welt, die wie ein Traum ist: ohne Moralisieren, doch mit einer tiefen Logik des Chaos.

Einen bedeutenden inspirierenden Einfluss stellt hier auch Jan Švankmajer dar, der über Alice schrieb, sie sei „ein Traum, der seine eigene Logik hat“. Gerade diese Dimension entwickelt der Künstler in bildnerischer Form – sei es in konkreten Szenen oder in freien Stillleben aus bizarren Objekten und Räumen, in denen keine rationalen Regeln gelten.

In den Werken findet sich auch ein unterschwelliger Kommentar zur heutigen Welt. Das Wunderland als Ort, an dem sich alles verwandelt, an dem die Sprache zu funktionieren aufhört, an dem die Realität ihren Halt verliert – erinnert stark an eine Gesellschaft, überflutet von Desinformation, Manipulation und dem ständigen Umschreiben der „Wahrheit“. Die Bilderwelt von Heres ist nicht nur Flucht – sie ist auch Spiegel.

Mgr. Zuzana Danková, Kuratorin

Werkkatalog

Galerie

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Jan Heres / Sleduj bieleho králika... ak sa odvážiš
Jan Heres / Sleduj bieleho králika... ak sa odvážiš