Holographic Entrypoint
- Daten
- 27.10. – 13.5.2018
- Ort
- DOT. Galerie
- Kurator:in
- Michal Stolárik

Holographic Entrypoint
Der holographische Einstieg ist ein Tor in eine (un)bekannte Umgebung, in der wir (sur)reale Welten mit unklarer Hierarchie kennenlernen. Die Realität ist hier visuell wie ideell verschoben. Orte und Szenen sind vertraut, obwohl
wir nicht ahnen, ob wir sie aus Träumen kennen oder ob hier echte Reminiszenzen vergangener Erfahrungen vorliegen. Fiktive Szenen sind am Ende (nahezu sicher) wirklich, und die glaubhaften täuschen nur durch den Körper. Trip. Halluzinationen. Mystifikationen. Mutationen. Deformationen. Außerkörperliche Ausflüge. Eine Authentizität, die auf den ersten Blick nicht zu fassen scheint, lässt uns dank ihrer Beharrlichkeit den Blick nicht abwenden. Und überhaupt, wie kommt es, dass wir Nostalgie nach einer Welt empfinden, die wir nicht kennen?
Das Ausstellungsprojekt Holographic Entrypoint ist ein Exkurs in die jüngste Generation slowakischer Künstlerinnen und Künstler, die sich der Malerei und der Zeichnung widmen. Die außergewöhnliche Verbindung von Vysoká škola výtvarných umení
v Bratislave (Margaréta Petržalová, Ľubomíra Sekerášová) und Fakulta umení na Technickej univerzite
v Košiciach (Oskar Felber, Adam Majerčík) zeigt unterschiedliche Ansätze in verschiedenen Ateliers an den größten Kunsthochschulen der Slowakei. Obwohl sich die Künstlerinnen und Künstler deutlich unterscheiden, können wir mehrere gemeinsame Punkte verfolgen, die sie in eigenständigen künstlerischen Programmen individuell weiterentwickeln.
Die ausgewählten Werke zeigen in formaler wie ideeller Hinsicht eine expressive und experimentelle Ausrichtung in traditionellen Medien. Ob es die Arbeit mit Komposition, Materialien, Narration oder Farbigkeit ist,
blicken wir auf Fluchten aus der Realität, die natürlicherweise aus eigenen Erfahrungen hervorgehen oder das Ergebnis einer brillanten Imagination sind. Die Künstlerinnen und Künstler sind von der Realität beeinflusst und springen über deren Grenzen. Das ausgewählte Quartett fasziniert durch seine Reife und ein überzeugend definiertes künstlerisches Programm.
Oskar Felber (*1992, Košice) ist im Ateliér súčasného obrazu von Adam Szentpétery tätig. Er widmet sich vor allem der Acryl- und Ölmalerei, der Zeichnung und dem Tätowieren. Er lässt sich von Subkulturen, Okkultismus und
B-Horrorfilmen sowie der Populärkultur inspirieren. In der Serie Bestiár zeigt er expressive Szenen stilisierter Monster, die aus traditionellen mittelalterlichen Kompositionen hervorgehen. Mit ihrer Form reflektiert er seine Emotionen und das gesellschaftliche Geschehen. Die expressive und oft automatische Malerei nimmt die Form zeitgenössischer Abstraktion an.
Adam Majerčík (*1993, Spišská Nová Ves) kommt aus dem Ateliér grafiky a experimentálnej tvorby unter der Leitung von Peter Rónai. Die Genialität seiner Zeichnungen mit Filzstiften und Aquarellfarben auf „Planenbildern“ erschließt sich allmählich
mit unserer Aufmerksamkeit und dem Bemühen, sich auf die Details des collageartigen Narrativs der Szenen zu konzentrieren. Die nicht zu verankernde Kreativität auf den Leinwänden, die an eine Mischung aus einem LSD-Trip von Hieronymus Bosch und Kinderzeichnungen erinnert, ergänzt er durch entliehene Raptexte.
Margaréta Petržalová (1993, Trnava) studiert im 4. ateliér Ivana Csudaia. Paradoxerweise zieht es sie dabei nicht zur Abstraktion, sondern zu figürlichen Darstellungen. Ihre Themen schöpft sie zwar aus der Beobachtung ihres Umfelds, doch durch malerische Deformationen sind ihre Werke auf den ersten Blick weit von realen und intimen Szenen entfernt.
Fasziniert vom Medium der Malerei bringt sie expressiv Bestandteile ihres Lebens nahe, verwirrt uns aber nicht selten mit kleinen Details, die aus einer anderen Dimension zu stammen scheinen.
Ľubomíra Sekerášová (1994, Orava) ist im Ateliér +-XXI von Daniel Fischer tätig. In ihrem aktuellen Schaffen verwebt sie malerische und zeichnerische Ansätze in monochromen und schwarz-weißen Szenen. Sie erschafft sich
eine persönliche Mythologie, lässt sich von vergangenen Erfahrungen inspirieren, beobachtet ihr Umfeld und nimmt natürliche Szenerien wahr. Sie ist fasziniert von übernatürlichen Szenen, die sie mit Sci-Fi, Hexerei und Mythen mischt. Der beunruhigendste Moment ihrer Werke ist eine fast schon meditative Ruhe und die allmähliche Dosierung von Spannung.
Michal Stolárik
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