Dominika Kováčiková & Martin Kačmarek
Where Soil Meets Body
- Daten
- 9.9. – 17.10.2021
- Ort
- DOT. Galerie
- Künstler:innen
- Dominika Kováčiková & Martin Kačmarek

Dominika Kováčiková & Martin Kačmarek
Where Soil Meets Body
Kurator der Ausstellung: Michal Stolárik
Vernissage: 8. 9. 2021
Ausstellungsdauer: 9. 9. - 17. 10. 2021
*Die Ausstellung wurde aus öffentlichen Mitteln vom Fond na podporu umenia gefördert
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Where Soil Meets Body
Dominika Kováčiková & Martin Kačmarek
Das Ausstellungsprojekt Where Soil Meets Body verbindet zwei malerische Welten der Vertreterin und des Vertreters der jüngsten Generation der heimischen figurativen Malerei, Dominika Kováčiková und Martin Kačmarek. Ihre individuellen Arbeiten unterscheiden sich formal, technologisch und thematisch erheblich. Dennoch ist es reizvoll, sie in einer Ausstellung zusammenzuführen.
Das hängt wesentlich damit zusammen, dass beide über die gemeinsame Zeit im Privaten und den Austausch von Ideen und Gesprächen im Atelier hinaus auch das Interesse an der gegenwärtigen Form der figurativen Malerei teilen. Beide legen dabei jedoch Wert auf die aktive Ausformung ihrer bereits weitgehend entwickelten eigenen künstlerischen Programme. Und obwohl ihre künstlerische Laufbahn erst am Anfang steht, überzeugt ihre Vision und hält uns in Erwartung jedes weiteren Bildes.
Die Heldinnen und Helden ihrer monumentalen Leinwände sind charakteristisch überbelichtet – unförmige Gestalten, markante Gesichter, Kurven, Formen und robuste Körper erinnern an modernistische Figuren, verbunden mit der Absurdität des Surrealismus. Mit dem natürlichen Verlust des Interesses an physischer Vollkommenheit und realistischer Darstellung reagieren sie auf aktuelle Tendenzen der neuen Figuration, die deformativen Tendenzen ebenso offensteht wie einer Natürlichkeit, die bewusst von realistischer Darstellung und Schönheitsidealen abweicht. Dabei beziehen sie auch die gegenwärtige ästhetische Norm und die Diskussion über die Objektivierung von Körpern ein.
Die Künstlerin und der Künstler gehen die Bildgestaltung auf ähnliche Weise an und bauen die gesamte Erzählung aus figurativen und porträtartigen Darstellungen auf, die sie überzeugend in den Vordergrund setzen. Weiche Körper, die den Großteil der farbintensiven Bildflächen einnehmen, ergänzen sie um die Symbolik kleiner Details (etwa eine Figur, die eine Weizenähre kostet, ein ruhiges Reh auf einem DIY-Traktor, eine Halskette mit der Aufschrift Daddy’s girl, allgegenwärtige weiche Textilien) und subtile Emotionen (kleine Tränen und Grinsen), die das Erlebnis der ohnehin expansiven Szenen noch weitertragen.
Der Projekttitel, der einen populären Text der amerikanischen Indie-Rock-Band Death Cab for Cutie paraphrasiert, skizziert das Konzept der Ausstellung, die die Ölmalereien von Kováčiková und die Airbrush-Arbeiten von Kačmarek verbindet. Während Kováčiková ausschließlich mit weiblichen Figuren an der Schwelle zum Erwachsensein arbeitet, haben die männlichen Protagonisten in den Werken von Kačmarek (vor allem aus ländlichem Umfeld) ihren Platz und ihre Stellung in der Welt bereits gefunden.
Die Verbindung dieser beiden auf den ersten Blick unterschiedlichen Linien bietet aktualisierte Möglichkeiten, männlich-weibliche Welten zu betrachten, in denen sich intime und ernste Themen auf natürliche Weise mit Humor, Absurdität und der Banalität gewöhnlicher Tage vermischen.
Boden
Martin Kačmarek (*1996, Spišská Nová Ves) studiert im Bachelorjahr im Atelier STARTUP an der Fakulta výtvarných umení Akadémie umení v Banskej Bystrici. Er widmet sich vor allem der Airbrush-Malerei, die er mit Acryl oder Öl kombiniert. Formen, Farben und Texturen faszinieren ihn, wobei er auch das Prinzip des Zufalls weitgehend berücksichtigt.
In der Serie der neuesten Bilder hat er sich von der Inspiration aus dem digitalen Umfeld und aus Computerspielen abgewandt und ist allmählich zu seinen natürlichen Faszinationen aus der Welt der Landwirtschaft bzw. der DIY-Kultur übergegangen. Die monumentalen Bilder von Kačmarek kennzeichnet eine lockere malerische Handschrift, die gängige ästhetische Normen zurückdrängt.
Unförmige Körper und absurde Porträts fiktiver Farmer sind das Ergebnis flacher Formen und einfacher Schattierung mit einer Beimischung von Humor, Satire, Ironie und surrealistischem Aufbau der Bilderzählung.
Körper
Dominika Kováčiková (*1996, Dolný Kubín) hat das Bachelorstudium im Ateliér grafiky a vizuálnej tvorby an der Fakulta výtvarných umení Akadémie umení v Banskej Bystrici absolviert und wird das Masterstudium im rein malerischen Atelier STARTUP unter der Leitung von Ján Triaška fortsetzen.
Die Künstlerin zeigt in ihren Ölmalereien figurative und porträtartige (stellenweise auch selbstporträtartige) Szenen, über die sie ein breites Spektrum an Themen entfaltet, die mit der Welt junger Frauen verbunden sind. Ihre Heldinnen erlebten in der Vergangenheit Probleme mit der Nahrungsaufnahme, dem eigenen Aussehen, der Sexualität oder sexueller Belästigung.
Allmählich werden sie jedoch erwachsen und betrachten die Welt mit größerem Selbstbewusstsein, verbreiten Aufklärung zu body positivity und treten in der männlichen Welt emanzipierter auf. Die einzelnen Werke kommunizieren oft durchlebte Traumata. Dennoch fehlt es ihnen nicht an reichlich Distanz und Ironie, wozu der ausgeprägte Kolorit und eine malerische Form, die stellenweise an Kitsch grenzt, wesentlich beitragen.
Michal Stolárik
Werkkatalog
Galerie





