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16. 6. ARTTALK / Wenn die Vergangenheit in die zeitgenössische Kunst eintritt

Wann
16.6.2023 · 18:00
Wo
DOT. Gallery, Bottova 1, Bratislava
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Wir laden herzlich zur nächsten Diskussion der Reihe ARTTALK mit Jana Babušiaková, Marcel Mališ und Matúš Maťátko ein. Die Diskussion findet erneut in DOT.contemporary in der Jurkovičova tepláreň statt, aber auch auf unserem Facebook- und Instagram-Account.

16. 6. 2022. um 18:00
EINTRITT FREI

Wenn die Vergangenheit in die zeitgenössische Kunst eintritt

Zeitgenössische Kunst muss sich nicht zwangsläufig nur aktuellen Ereignissen zuwenden, sondern reflektiert nicht selten auch die Geschichte. Diese kann neu reflektiert, wiederbelebt, aber auch missbraucht, verzerrt oder vergessen werden. Das kollektive Gedächtnis prägt auch unser gegenwärtiges Selbstbild mit und beeinflusst letztlich unsere künftigen Entscheidungen.

Mit den visuellen Künstlern Marcel Mališ und Matúš Maťátko, die in ihrem Schaffen unter anderem die Umstände zweier totalitärer Regime des 20. Jahrhunderts reflektieren, sprechen wir über verschiedene Strategien, mit denen zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler in den Diskurs eintreten können, über die Mythen, denen wir beim Lesen unserer Geschichte unterliegen, und darüber, wie gerade die visuelle Kunst diese beeinflussen kann.

Marcel Mališ (1978)studierte von 2001 – 2007 an der Vysoká škola výtvarných umení v Bratislave und schloss 2013 das Doktoratsstudium an der Vysoká škola výtvarných umení v Bratislave ab. Obwohl er von der realistischen Malerei ausgeht, ist das Spektrum der Techniken, die er einsetzt, breit. Er wechselt fließend zwischen Malerei, Fotografie, Objekt, Video und Happening. In sein Werk infiltriert er auch nichtkünstlerische Handwerkstechniken und Wandgestaltungen.

Sein Interesse gilt den Grundzügen und Bausteinen der Ideologien, in denen sich das Leben des Einzelnen im mitteleuropäischen Raum dreht – Faschismus, Sozialismus, Kapitalismus sowie die Kleptokratie karpatischen Typs. Aufmerksamkeit widmet er auch dem Bild als Form visueller Kommunikation und insbesondere dem Medium Fotografie, das er mittels Manipulation der Hörigkeit gegenüber verschiedenen Formen der Propaganda überführt.

Er blickt auf mehrere Dutzend Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zurück, etwa in der Slovenská národná galéria (2009), in der Neue Gesselschaft fur Bildende Kunst in Berlin (2011) oder im österreichischen ESSL Museum (2013).

Matúš Maťátko (1984) ist einer der profiliertesten und aktivsten zeitgenössischen slowakischen Grafiker und bildenden Künstler. Er ist Absolvent der Vysoká škola výtvarných umení v Bratislave. Er studierte freie Grafik und Illustration im Atelier von Professor Dušan Kállay. Sein Schaffen ist breit gefächert; neben freier und kommerzieller Grafik widmet er sich auch der Illustration, der Skulptur und der Malerei.

Sein Ausdruck ist eklektisch, beeinflusst von street culture und der Hip-Hop-Szene, zugleich greift er jedoch Motive der alten wie der modernen Geschichte auf. Besonders faszinieren ihn die Wendepunkte der Geschichte der Tschechoslowakei und die Identität ihrer Bewohner, mit denen er in zahlreichen Werken erfrischend arbeitet.

Das umfassendste Vorhaben in diesem Bereich ist seine Einzelausstellung Biela – Modrá – Červená Epopej, mit deren Konzept er im Rahmen einer offenen Ausschreibung der Liptovská galéria P. M. Bohúňa (2020) ausgewählt wurde. Außerhalb Tschechiens und der Slowakei stellte er in Japan, China, dem Vereinigten Königreich, Indonesien und weiteren Ländern aus.

Die Veranstaltung wurde aus öffentlichen Mitteln durch den Fond na podporu umenia gefördert.

Fotocredit:
- Marcel Mališ Foto: Juraj Starovecký
- Matúš Maťátko Foto: Dorota Holubová

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